Zeitpunkt 1

Ich bin geistig ein Einzelkind,/ ein einsamer Schreiberling,/
der nicht peilt, warum ihm die Zeit meist nur Leiden bringt./
Zukunfts- und Todesaengste,/ die ich baerenstark ertrage,/
wenn ich mit ner Nadel/ durch Blut bis zum Strophenende
ohne Wiederwillen texte,/ waehrenddessen nebenan/
Menschen einen Tee mit ganzen/ Fliegenpilzen exen./
Ich urteile da sicher nicht,/ denn ich bin selbst nicht frei davon,/
hab Dex-Shit eingenommn,/ und das hat mein' Sprachschatz gefikkt,/
mal von den Folgen abgesehen, die erst in Jahren ersichtlich/
werden, womoeglich Demenz oder andere kritische/
Krankheiten, ich will es ehrlich garnicht mal wissen./
Fuer meine Fam bin ich ein echtes Problem../ eigentlich kann/
ich nur schreiben, doch an-/ sich laesst sich von Texten nicht leben./
Trotzdem verehre ich Lettern/ bis zum Tag meines Todes/
und auch noch danach werd ich grosse/ Schmerzen zerschmettern/
und all die Saetze und tiefen/ Reime, die ich/
schleife und schliff/ gegen den Kuss des Vergessens aufwiegen./
Kein Satz, den ich schrieb/ hat es verdient,/ dass man in ihm/
weniger als alle ueberhaupt denkbaren Wahrheiten sieht./


    



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